
Hüttenberichte: Neue Hüttenwarte. Neue Stufen.
Bericht der Hüttenwarte
Als Hüttenwarts-Neulinge durften wir am 01. Juni die Konkordiahütte ab der Sommersaison übernehmen. Die ersten zwei Wochen nutzten wir vor allem fürs Einrichten, bis es dann Mitte Juni so richtig los ging. Rückwirkend war das ein guter Entscheid, so konnten wir in Ruhe starten und auch in der Zwischensaison bereits die ersten Gäste empfangen. So mussten wir in der Startphase lernen, dass die Energie der Speicher-Akkus nicht gleichzeitig für verschiedene Verbraucher genutzt werden kann. Da mussten wir manchmal im Keller im Dunkeln nach den Sicherungen schauen. So hat uns auch die Wasserpumpe von der untersten Wasserfassung ziemlich gefordert. Kaum eingeschaltet, gab es immer wieder einen „Kurzen“. Jetzt ist das Ding im Tal und wird ersetzt. Glücklicherweise konnten wir trotzdem alle Fässer mit Wasser füllen, bis es dann hinter der Hütte knochentrocken war. In der letzten Juni-Woche wurde unter der Leitung des Hüttenchefs die Treppe mit viel Manpower auf total 526 Stufen verlängert. Das wurde von Gästen, wie auch von Bergführern während der ganzen Saison extrem geschätzt. Der Sommerweg hingegen ist im unteren Bereich extrem ruppig. Viele Gäste bekundeten hier Mühe, den Ausstieg zu finden, obwohl wir zusätzlich mit viel Farbe den Weg am Fels markierten. Nicht wenige male mussten wir zu später Stunde mit Stirnlampe am Gletscher Gäste einsammeln und Sherpa spielen.
Während den warmen Sommerwochen hat uns der Keller mit hohen Innentemperaturen auf Trab gehalten. Es war nicht immer einfach, die Kühlkette zu gewährleisten. Die Abwärme vom Technikraum, wie auch die pralle Sonne gaben ihr Bestes. Eine zusätzliche Beschattung aussen mit einem Sonnensegel half nur bedingt. Wir sehen uns gezwungen, im 2026 in einen neuen und grösseren Gastrokühlschrank zu investieren.
Obwohl wir im Juli einige Tage ziemlich ruppiges und winterliches Wetter hatten, sind wir mit der Anzahl Übernachtungen grundlegend zufrieden. Im September war es trotz sehr schöner Tage teilweise etwas gar ruhig. Ab +/- 120 Gästen haben wir auch festgestellt, dass das Konsumverhalten aufgrund Lärm in der Gaststube stark rückläufig ist. Wir haben uns trotz der begrenzten Sitzplätze immer zum Ziel gesetzt, unsere Besucher Abends in nur einer Etappe zu bekochen. Das ist uns gelungen, in dem wir nebst Trocknungsraum auch die Haslerhütte zusätzlich mit Gästen belegten.
Mit Respekt haben wir uns auch dem Thema Schmelzwasser gewidmet. Schnell waren da x tausend Liter Wasser in der Küche verbraucht, was uns am Anfang doch etwas nervös machte. Das Projekt „Pfättiwasser“ gab dann hier eine spürbare Entspannung. Mit einer grossen Pelati-Büchse und Schlauch konnten wir hinter dem Haus wiederkehrend zwei alte Kunststofffässer mit Regenwasser füllen. Das Dachwasser war teilweise mit viel Sand verschmutzt. Mit etwas Reinigungsaufwand und gezieltem Ansaugen konnten wir das eindämmen. Aufgrund dessen, dass wir sowieso sämtliches Wasser abkochen müssen, war das eher unproblematisch. Durch die zusätzliche Nutzung von Regenwasser können wir mit dem Thema Wasser völlig entspannt in die Zukunft schauen. Langfristig müsste hier aber eine etwas professionellere Lösung ins Auge gefasst werden?
Final konnten wir die Saison doch mit grosser Genugtuung und Zufriedenheit abschliessen. Die vielen Begegnungen mit all den Bergführern und Gästen waren spannend und facettenreich. Die neu formierte Hüttencrew, wie auch unser Hüttenchef waren für uns eine grosse Unterstützung.
So gesehen freuen wir uns nun auf unsere erste und kommende Skitourensaison 2026, welche Mitte März startet.
Bis bald am Berg.
Gisela Sager & Andreas Mazenauer



Bericht des Hüttenchefs
Rollentausch
Was ich in Zukunft definitiv nicht vermissen werde, ist das Schreiben von Berichten und die Teilnahme an Sitzungen. Viel lieber engagiere ich mich direkt für die Hütten oder die Hüttenwarte. So wie letzte Woche bereits zum zweiten Mal während des Winters, auf der Konkordiahütte. Von der Technik war kein Lebenszeichen zu empfangen und da blieb nichts anderes, als mal eben nachzuschauen. Mit einem Rucksack voller Erfahrungen, die sich über die vielen Jahre angesammelt haben, lässt sich ein Problem oft ziemlich schnell lokalisieren und beheben.
Dass ich aber den Job als Chef meiner kleinen Schwester übergebe, fühlt sich nach wie vor richtig an. Zum Glück konnten wir dafür innerhalb der Hüttenkommission eine perfekte Lösung finden. An der nächsten Hauptversammlung möchte ich Euch Ruedi Kaufmann wärmstens zur Wahl als neuen Hüttenchef empfehlen. Mit viel Knowhow in verschiedenen Bereichen des Handwerks und als aktiver Bergler, ist er seit letztem Jahr bereits aktiv und engagiert in der Kommission.
fifty-fifty
Gibt Hundert! Doch das war deutlich mehr!
Zuerst also nochmals ein Blick zurück auf das vergangene Jahr. Auf der Konkordiahütte waren Rebecca und Stefan nochmals zu 100 Prozent im Einsatz für die Wintergäste. Mit 3411 Übernachtungsgästen erzielten sie nochmals ein absolutes Top-Ergebnis. Insgesamt waren ihre sechs Konkordiajahre durch einen deutlichen Aufwärtstrend gezeichnet. Ausgelöst durch den Corona-Nullrunden-Start des Frühjahrs 2020. Das war auch, aber definitiv nicht nur, diesem Umstand zu verdanken! Rebecca und Stefan haben sich mit sehr viel Herzblut engagiert. Für die Hütte und ganz besonders für die Gäste aus aller Herren Ländern. Dafür auch an dieser Stelle nochmals ein grosses Dankeschön und die besten Wünsche für ihre Zukunft.
Im fliessenden Übergang, starteten dann Gisela und Andi direkt in die Sommersaison. Zum Aufwärmen war vorerst einmal die Bautruppe zu verpflegen und bald schon gewöhnten sie sich auch an turbulentere Tage. Mit sehr viel Begeisterung, Einfallsreichtum und Liebe ins Detail, meisterten sie bravourös ihren ersten Sommer. Dass es zum Schluss 3771 Übernachtungsgäste wurden, übertraf alle Erwartungen und war Beweis zugleich, dass sie der Aufgabe bestens gewachsen sind.
So wurde diese zweigeteilte Saison mit total 7182 Übernachtungen, zu einem Rekordjahr, das letztmals vor fünfzehn Jahren übertroffen wurde.
Treppenverlängerung
Wie bereits erwähnt, wurde im Juni 2025 auch nochmals in die Hände gespuckt. Während einer grandiosen Woche, konnten wir die untersten Meter des Zustieges durch Verlängerung der Treppe nochmals erheblich entschärfen. Insgesamt sind seither 526 Stufen zu bewältigen. Die Treppe beginnt jetzt wenig oberhalb eines massiven Plateaus, welches sich auch in Zukunft kaum verändern wird. Was jedoch unterhalb dieses Plateaus noch zu Tage kommt, weiss niemand.
Saisonstart 2026
Wenn ihr diese Zeilen zu lesen bekommt, ist die Frühjahrssaison 2026 wohl schon in vollem Gange. Gerade noch, ist die Schneemenge nicht berauschend, aber wie wir das von vielen vorangegangenen Jahren kennen, kommt die weisse Pracht in diesen Höhenlagen nicht selten erst während der Saison und noch bis in den Mai hinein.
Im Namen der ganze Hüttenkommission wünsche ich den Hüttenwarten ein erfolgreiches Hüttenjahr, mit viel Zufriedenheit beiderseits der Theke und freue mich sehr, auch weiterhin meinen bescheidenen Teil dazu beitragen zu können.
Euch, Euch Lesern und Mitglieder der Sektion danke ich von ganzem Herzen für Eure Unterstützung und Wertschätzung, indem ihr von unserer Konkordiahütte erzählt und sie wenn immer möglich auch mit einem Besuch beehrt.
In diesem Sinne Euch allen ein wunderschönes Jahr in den Bergen.
Christoph Sager, Hüttenchef

























