
4. Skitourenwoche in Bivio
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Die Anreise am Sonntag fand bei sonnigem Wetter statt, bis eben zur Ankunft in Bivio. Dort drückten die Wolken vom Engadin herein. TL David trommelte die im Hotel Post versammelten Teilnehmer Andreas, Ernst, Maja, Peter, Sven, Urs und Ursula zusammen: Wind und Wolken hielten uns nicht davon ab, eine kurze Einstiegstour am Rand des Valletta da Beiva zum namenlosen Pt. 2562, unweit des Mot Scalotta zu unternehmen. TL David spielte gleich seine Spurfinderqualitäten aus und ersparte uns die garstigen Gräben und doch erhielten wir bereits einen Eindruck der Schneequalitäten, die wir in den kommenden Tagen zu erwarten hatten: Wenig Schnee und von allen ein Bisschen etwas.
Bei Wind und veränderlicher Bewölkung führte uns TL David am Montag gleich hinter dem Hotel Post das Val Tgavretga hinauf. Im felsigen Gelände des Emmat legte er erneut eine Spur an allen Gräben, offenen Wasserstellen, Felsen und Steinen vorbei. Das kleine Schutzhüttli mit dem Rettungsschlitten auf knapp 2300 MüM erschien etwas wetterbeanspruchter als noch im Vorjahr. Gegen die Bochetta d’Emmat nahmen Bewölkung und speziell der frische Wind zu, daher fiel die Rast auf der Bochetta eher kurz aus. Die dort montierten Harscheisen haben uns an den verblasenen Stellen einen komfortablen Aufstieg zur Roccabella gewährt. Dort genossen wir die mittlerweilen entstandene Aussicht gegen Westen und Norden – Osten und Süden waren explizit aussichtslos. Der zunehmende Wind bewegte dann doch alle, ihre Hände mit den ganz warmen Handschuhen auszustatten. In der Abfahrt präsentierte sich David erneut als Spurfinder: Trotz fehlender Schneemenge kaum Funkenschlag wegen Steinkontakt und Ziellandung vor der Hoteltür.
Am Dienstagmorgen stiess Bergführer Marco Poltera zu uns: in Bivio aufgewachsen, er kennt dort jeden Stein. Wir starteten mit einem Aufstieg via Val Beiva die frühlingshafte Gras- und Stein-durchsetzte Rampe hinauf. Vor der Abzweigung gegen Crap Radons wählte Marco die Route gegen Westen durch das Val Gronda zum Piz Scalotta, alles bei sonnigem Wetter und überschaubarem Wind. Die Abfahrt mit einigen Akrobatik-Showeinlagen gestaltete sich sehr abwechslungsreich: von fast pulverigem Schnee über Funkenschlag, Grasbuckelrutschen und Staudenslalom war alles dabei. Selbst das letzte Bächli wurde gesittet überquert. So erreichten wir ohne Fussmarsch die Postautostation Stalvedret.
Am Mittwoch erfolgte erneut ein Aufstieg bei bestem Tourenwetter durch das Val Tgavertga gegen Süden über die Alp gegen den Pass dal Lunghin zum Punkt, von wo das Wasser in drei verschiedene Meere abfliesst. Von dort aus ging der Aufstieg gegen den Piz Lunghin weiter. Der Gipfelaufstieg zu Fuss erschien nicht als attraktiv, daher wurde eine Abfahrt gegen den Lagh dal Lunghin vorgezogen, um danach mit einem Gegenaufstieg den Pass dal Lunghin wieder zu erreichen. Diese Variante hat sich aus Skifahr-Optik durchaus gelohnt. Die Abfahrt via Alpagela bot im oberen Teil feinen Schnee. Die Strecke im flacheren Teil des Val Tgavertga hat sich gegenüber Montag nicht verändert, ebenso wurde die Ziellandung vor dem Hotel Post wiederholt.
Die Donnerstagstour begann bei strahlendem Wetter kalt und easy mit dem Schylift auf Pt. 2562 oberhalb Mot Scalotta. Nach einem kurzen Fussaufstieg erfolgt eine kleine Abfahrt bis angefellt werden konnte. Unter den Felsen des Sur al Cant folgten wir der langen Traverse auf und ab gegen Südwest bis oberhalb des Leg Curegia der Aufstieg zur Forcellina beginnt. Von dort aus sieht man die Häuser von Juf im Avers. Der Aufstieg unter dem Grat von Piz Forcellina bis zum Piz Turba wird stufenweise etwas steiler, bis zum Schlusshang, der zum Westgrat des Piz Turba führt. Bei den angetroffenen Verhältnissen wurden die Schy geschultert oder auf den Rucksack gebunden und der Steilhang zu Fuss erklommen bis zum Punkt auf dem Grat, wo der erste Felskontakt erfolgt und somit die Schy deponiert werden. BF Marco sorgte mit einigen gehackten Stufen für Aufstiegskomfort, damit alle sicher und bequem den Gipfel des Piz Turba erreichen konnten. Denn der Turba-Gipfelmit seinen 3018 MüM lohnt sich aus mehreren Gründen zu besteigen: 1. Ist’s ein 3-Tausender. 2. Erlebt man bei idealem Tourenwetter eine traumhafte Rundum-Aussicht und 3. Erwartet einem ein Gipfelsteinmannli, das bestiegen werden muss.
TL David ergänzt das Steinmannli um das fehlende Gipfelkreuz. Die Abfahrt vom Schy-Depot verlangte kurz Abrutschen und führte und danach durch überwiegend schön befahrbare Hänge zur Alp da Sett, über die Plang Camfer unter La Motta durch ins Val Tgavertga und finale zur Passstrasse exakt zum Hotel Post.
Die Freitagstour fand dann mit ausgedünnter Tourenschar statt: Erneut begann die Tour mit dem Schylift zu Pt. 2562 oberhalb Mot Scalotta. Und wieder der kurze Fussaufstieg, die kleine Abfahrt, anfellen und die lange Traverse unter den Felsen des Sur al Cant. Doch dann, schon etwas vor dem Leg Curegia wurde gegen Norden der Aufstieg zum Piz Columban 2848 MüM in Angriff genommen. Das Wetter verleitete nicht zu einer langen Rast auf dem Gipfel. Die Abfahrt wurde durch das Leg Columban gewählt. Vor der Valletta da Beiva, die bei dem wenigen Schnee sehr steinig ist, wurde die Rechtskurve zur Schypiste gewählt, was eine weitgehend steinlose Abfahrt nach Bivio gewährte.
Fazit: Ein toller Tourenleiter, bestens vorbereitet und einige Tage ein einheimischer, gmögiger Bergführer, haben eine vitale Gruppe ideal durch den Schnee geführt, die Stimmung war permanent sehr gut, locker, fröhlich.

02. Februar 2026 – 03. Februar 2026
David
Ernst Emmenegger
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